Gefahrliche Schadlinge, die in Importfracht vorkommen konnen

Australien ist weitgehend frei von den meisten gefährlichen Schädlingen und Krankheiten der Welt. Die Quarantäne trägt dazu bei, daß dies so bleibt. Als Inselkontinent war Australien früher auf natürliche Weise von den meisten exotischen Schädlingen und Krankheiten isoliert. Welthandel und -verkehr, wenn auch von enormem Vorteil, stellen für Australiens landwirtschaftliche Industrien und seine einzigartige Natur ein Risiko der Zerstörung durch eine Reihe gefährlicher Schädlinge und Krankheiten dar. Das Ziel der Quarantäne besteht darin, Australiens Natur- und Wirtschaftsgüter bei geringstmöglicher Beeinträchtigung des internationalen Personen- und Güterverkehrs zu schützen. Im folgenden sind nur einige Beispiele dieser gefährlichen Schädlinge und Krankheiten genannt, die bei Nichteinhaltung der Quarantänevorschriften großen Schaden in Australiens Wirtschaft und Umwelt anrichten kûnnen.

Afrikanische Riesenschnecke

Diese Schnecke, die bis zu 20 cm lang werden und bis zu einem Kilo wiegen kann, stammt ursprünglich aus Ostafrika und wurde bewußt als Nahrungsmittel in neue Regionen eingeführt. In Gegenden, in denen sie kaum natürliche Feinde haben, kûnnen die afrikanischen Riesenschnecken bis zu 500 verschiedene Pflanzen anfallen, darunter Hülsenfrüchte, Zierpflanzen, Gemüse und die Rinde von großen Bäumen wie Zitrus und Papaya.
Afrikanische Riesenschnecke

Afrikanische Riesenschnecken können als Eier oder Schnecken, in leeren Containern oder Säcken, in Erde im Ei-Stadium, unter Verpackungskisten, Paletten, in oder auf Schiffscontainern, an Maschinen, Kraftfahrzeugen, Fahrrädern sowie in Form von Muschelandenken und Lebensmitteln, die von Flugpassagieren mitgeführt werden, nach Australien eingeschleppt werden.

Durch sorgfältige Untersuchung aller Einfuhrgüter, Dampfbehandlung von Fahrzeugen und, wenn notwendig, Ausräucherung von risikoreicher Ausrüstung kann die Schnecke oft an Häfen und Flughäfen abgefangen werden. Bisher konnten diese Schädlinge durch die Quarantäne aus Australien ferngehalten werden.


Asiatischer Schwammspinner

Asiatischer Schwammspinner

Asiatische Schwammspinner können auf Schiffen, in Containern und Fracht nach Australien gelangen. AQIS untersucht daher Schiffe, bei denen ein hohes Risiko besteht, daß sie Eigelege und Raupen mitführen. Der asiatische Schwammspinner ist ein ernsthafter Schädling - seine Raupen ernähren sich von den Blättern von bis zu 600 Baumarten. Der asiatische Schwammspinner ist bisher noch nicht in Australien aufgetaucht, hat jedoch bereits in anderen Ländern großen Schaden an Bäumen angerichtet.



Asiatischer Langhornkäfer

Asiatischer Langhornkafer

Der asiatische Langhornkäfer ist ein holzbohrender Waldschädling, dereine ernsthafte Bedrohung für Laubbäume darstellt. Der Käfer hatdas Potential, 156 Millionen Hektar der einheimischen Wälder Australienszu vernichten, die hauptsächlich aus Laubbaumarten bestehen. Die größteGefahr der Einschleppung des asiatischen Langhornkäfers besteht bei ausAsien importiertem Holz, welches für Paletten und als Verpackungsmaterialverwendet wird.

Khaprakäfer

Der Khaprakäfer, ein Insektenschädling, kann durch importierte Agrarprodukte nach Australien eingeschleppt werden. Dieser Käfer würde ernsthafte Folgen für Australiens Getreidelagerungsindustrie haben und unsere Getreideexportmärkte gefährden. Die lange Liste der Nahrungsmittel, die der Khaprakäfer vernichten kann, ist erschreckend: Bohnen, Linsen, Trockenobst, getrocknete Kokosnuß, Spaghetti, Nudeln, Reis, Gerste, Weizen, Kleie, Sesam- und Fenchelsamen sowie eine Reihe von Gewürzen wie Kardamom, Koriander und Kreuzkümmel.

Sofern nicht strengste Vorversandbedingungen erfüllt wurden, müssen alle Container mit unverpackten, schädlingsanfälligen Agrarprodukten, die aus Gegenden, in denen der Khaprakäfer vorkommt, nach Australien eingeführt werden, zur Untersuchung der Produkte geöffnet werden.

Maul- und Klauenseuche

Über Schmutzstoffe wie Tierdung, Blut, Erde und Federn können gefährliche Tierkrankheiten nach Australien eingeschleppt werden. Der Maul- und Klauenseuche-Virus kann sich durch die Luft übertragen und innerhalb von 48 Stunden eine ganze Rinderherde befallen. Australien ist seit über 100 Jahren frei von dieser hochansteckenden, auszehrenden Krankheit der Paarhufer.

Dank der Freiheit von dieser Krankheit ist Australien zum weltführenden Exporteur von Rindfleisch, Hammelfleisch und Wolle geworden. Der Virus kann durch lebende Tiere, durch Fleisch und Fleischprodukte, Milchprodukte, Kleidung, Haare, Schuhe, Erde, Knochen, unbehandelte Häute und Ausrüstung übertragen werden. Er überlebt in Kühl- und Tiefkühlkost sowie gefriergetrockneten Nahrungsmitteln.

Newcastle-Krankheit

Eine unter der Newcastle-Krankheit leidende Henne

Eine unter der Newcastle-Krankheit leidende Henne

Die Newcastle-Krankheit ist die schlimmste aller ansteckenden Vogelkrankheiten,für die es kein bekanntes Heilmittel gibt und bei der die Sterberate bei100 Prozent liegt. Diese Krankheit kann durch Vogelkot auf Frachtgut ins Landeingeschleppt werden. Die tädlichste Form der Krankheit kommt in Australiennicht vor, verbreitet sich jedoch immer mehr in vielen anderen Ländern.

Wo kann man weitere Informationen erhalten?

Importeure können alles, was Sie über die australischen Quarantäne- und Einfuhrbedingungen wissen müssen, über ICON, die AQIS-Datenbank für Quarantäne- und Einfuhrbedingungen, erfahren.

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